Chronik von Niederotterbach zusammmengestellt von Karl Gerdon

Niederotterbach ist ein kleines Dorf am südöstlichen Ende des Kreises Südliche Weinstarße, 7 Km südöstlich von Bad Bergzabern und 7 Km nordöstlich von Weissenburg.

Niederotterbach zählt derzeit 360 Einwohner, ist geprägt von Landwirtschaft und Weinbau. Zum Dorf gehört ein Bürgerhaus, zwei Kirchen, drei Glockentürme mit 4 Glocken.

Erstmals erwähnt wurde Niederotterbach in einer Urkunde von König Otto III aus dem Jahre 992 mit der er auf Bitten seiner Großmutter der Kaiserin Adelheid, Niederotterbach dem von ihr gegründeten Kloster in S
eltz (Elsass) schenkte.

Das heutige Bürgerhaus wurde 1719 als Schul- und Gemeindehaus erbaut.

Die katholische St. Nikolauskirche wurde 1470 erstmals erwähnt.

Die protestantische Kirche wurde 1816 erbaut und im März 1945 zerstört. Sie wurde in den Jahren 1950 bis 1952 wieder aufgebaut.

Einige Stichpunkte über die Geschichte Niederotterbachs:

Niederotterbach gehört vom 13 bis 18 Jahrhundert zur Herrschaft Gutenburg.

1456 wird Niederotterbach von der Gerichtsbarkeit des Kloster Seltz befreit.

1460 Niederotterbach wird von den Kurpfälzern und Speyrern niedergebrannt.

1599 Niederotterbach führt das heutige Ortswappen als Gerichtsiegel ein.

1700 wird eine Post- und Pferdewechselstation der fahrenden Post von Straßburg nach Landau eingerichtet.

1937 bis 1939 wird in der Gemarkung der Westwall mit 97 Bunkern, ein Kilometer Höckerlinie und vier Panzergräben errichtet.

1939 wird die gesammte Bevölkerung nach Oberfranken evakuiert.

1944 erfolgte eine zweite Evakuierung etwa 30 Km im Umkreis.

1945 dritte Evakuierung nach dem Zusammenbruch des dritten Reiches.
Niederotterbach sollte einer toten Zone entlang der Grenze zum Opfer fallen.
Niederotterbach war zu 70 % zertstört.

1945 Am 10. Juni haben die damaligen Siegermächte, Gott sei Dank, erkannt, dass ein Ort wie Niederotterbach weiter bestehen bleiben muss und haben der Bevölkerung gestattet, den Ort weiter zu bewohnen und wieder aufzubauen.

1991 Niederotterbach geht mit der elsässischen Gemeinde Littenheim eine Partnerschaft ein.

1992 Niederotterbach hat die Wirren und Zerstörungen überstanden, und feierte als selbstständige Gemeinde am 11. März 1992 und vom 12. Juni bis 22. Juni 1992, mit großem Engagement und vielen tausenden Besuchern, sein 1000 jähriges Bestehen.